Politische Arbeit & Vernetzung:
Die Stimme der freien Musikschulen
Der Bundesverband der Freien Musikschulen e.V. (bdfm) ist die größte Interessenvertretung für freie Musikschulen in Deutschland. Unsere Mission ist klar: Wir geben den Institutionen eine Stimme, die mit Leidenschaft und Unternehmertum die musikalische Bildung in Deutschland tragen.
Wo wir für Sie präsent sind:
Politik passiert nicht im luftleeren Raum. Deshalb ist der bdfm fest in der deutschen Kultur- und Sozialpolitik verankert. Wir vernetzen uns auf Landes- und Bundesebene, um die Rahmenbedingungen für unsere Mitglieder aktiv zu gestalten.
Auf Bundesebene vertreten wir Ihre Belange unter anderem in folgenden Gremien:
- DeutscherMusikrat: Im Präsidium und im Bundesfachausschuss Musikalische Bildung.
- Kulturrat: Im Bundesfachausschus Arbeit und Soziales.
- AGimBMAS: Arbeitsgemeinschaft im Bundesministerium für Arbeit und Soziales zum Thema Reform des Statusfeststellungsverfahrens
- BAGSV: Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände.
- KSK-Beirat: Sicherung der Künstlersozialkasse als tragende Säule für Dozenten.
Auf Landesebene engagieren wir uns in den Landesmusikräten sowie in Arbeitsgemeinschaften für Bildung, Arbeit und Soziales.
Aktuelle Schwerpunkte unserer Verbandsarbeit
Die Musikschullandschaft steht vor großen Herausforderungen. Der bdfm konzentriert sich aktuell auf zwei existenzielle Themenbereiche:
1. Rechtssicherheit für Honorarkräfte
Das Herrenbergurteil zur Scheinselbstständigkeit hat für massive Verunsicherung gesorgt. Viele freie Musikschulen verstehen sich als lebendige Dozentengemeinschaften oder agile Unterrichtsvermittler – Modelle, die moderne Honorartätigkeit voraussetzen.
Unsere Forderungen an die Politik:
- Klare Abgrenzung: Rechtssichere Kriterien für die freiberufliche Lehrtätigkeit.
- Transparenz: Ein einfaches, schnelles Statusfeststellungsverfahren.
- Schutz der KSK: Anerkennung der Künstlersozialkasse als vollwertige Absicherung.
2. Echte Fördergerechtigkeit für alle Kinder
Musikunterricht darf kein Privileg sein, das vom Trägermodell der Schule abhängt. Aktuell besteht eine Schieflage: Während öffentliche Musikschulen gefördert werden, tragen freie, oft gemeinnützige Musikschulen die Kosten allein.
Wir setzen uns ein für:
- Gleichstellung: Einbeziehung gemeinnütziger Freier Musikschulen in die Länderförderung.
- EntlastungderEltern: Steuerliche Absetzbarkeit von Musikschulbeiträgen.
- Teilhabe: Eine deutliche Erhöhung und Entbürokratisierung des Bildung- und Teilhabepakets (BuT).
“Wir kämpfen für eine Bildungslandschaft, in der Qualität und Vielfalt zählen – unabhängig von der Rechtsform der Musikschule.”
Programmatik & Lösungen: Der Weg zu einer gerechten Musikschulförderung
Um den aktuellen Herausforderungen – von der Rechtsunsicherheit durch das „Herrenberg-Urteil“ bis hin zur finanziellen Benachteiligung freier Träger – wirksam zu begegnen, hat der bdfm auf seiner Klausurtagung ein präzises Forderungspaket verabschiedet. Diese Positionen bilden das Fundament unserer politischen Arbeit und konkretisieren, wie eine moderne, trägerunabhängige Musikschullandschaft gestaltet sein muss.
1. Institutionelle Förderung durch Gleichbehandlung
Der bdfm fordert eine staatliche Anerkennung freier, gemeinnütziger Musikschulen nach dem bewährten Vorbild des Ersatzschulwesens.
- Gleiche Leistung, gleiche Förderung: Wenn freie Musikschulen Unterrichtsinhalte anbieten, die denen öffentlicher Institute entsprechen, müssen sie von staatlicher Seite finanziell gleichgestellt werden.
- Vielfalt sichern: Wie im allgemeinen Schulwesen (z. B. bei Waldorf- oder Montessorischulen) muss es möglich sein, eigene pädagogische Profile und Methoden zu nutzen, ohne den Anspruch auf Förderung zu verlieren.
2. Förderung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse
Als Antwort auf die veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen und zur langfristigen Sicherung der Lehrqualität fordert der bdfm eine gezielte Unterstützung für Festanstellungen.
- Zweckgebundene Zuschüsse: Wir setzen uns für eine prozentuale Refinanzierung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen in Musikschulen ein.
- Strukturelle Verbesserung: Da diese Förderung zweckgebunden ist, verbessert sie direkt die soziale Absicherung der Dozenten – und zwar trägerunabhängig überall dort, wo Lehrkräfte fest angestellt werden.
3. Steuerliche Absetzbarkeit von Unterrichtsbeiträgen
Ein zentrales Instrument zur flächendeckenden Stärkung des Musikunterrichts ist die steuerliche Entlastung der Familien. Dies hat sowohl soziale als auch ordnungspolitische Vorteile:
- Breitenförderung:Durch die Absetzbarkeit von Musikschulbeiträgen wird Instrumental-und Vokalunterricht für breite Bevölkerungsschichten erschwinglicher und die gesellschaftliche Bedeutung der musikalischen Bildung steuerrechtlich anerkannt.
- Prävention von Schwarzarbeit: Die steuerliche Geltendmachung schafft einen starken Anreiz für transparente und legale Vertragsverhältnisse. Eltern fordern aktiv offizielle Rechnungen ein, was den „grauen Markt“ unattraktiv macht. Dies fördert den fairen Wettbewerb und stärkt seriöse Musikschulen sowie registrierte Lehrkräfte, die Steuern und Sozialabgaben ordnungsgemäß abführen.
4. Soziale Teilhabe durch Stärkung der Bildungsgutscheine
Damit musikalische Bildung kein Privileg bleibt, ist die Weiterentwicklung des Bildungspakets (BuT) für einkommensschwache Familien essenziell.
- Erhöhung & Entbürokratisierung: Wir fordern höhere Sätze für Bildungsgutscheine, die unbürokratisch bei allen anerkannten Musikschulen sowie freien Musiklehrkräften eingelöst werden können.
- Wahlfreiheit: Dies garantiert einen fairen Zugang zu Musikunterricht und ermöglicht sozialverträgliche Gebühren bei allen Trägern.
Gemeinsam für die Zukunft der Musikerziehung
Diese Forderungen sind mehr als nur politische Punkte; sie sind die Voraussetzung dafür, dass die freien Musikschulen auch in Zukunft ihr volles Potenzial für die Gesellschaft entfalten können. Wir kämpfen für ein System, in dem Qualität, soziale Sicherheit und faire Förderung Hand in Hand gehen – unabhängig von der Rechtsform der Schule.
